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Vortrag/Presentation

Daten, Objekte und Karten: Historische Sammlungen im Projekt DiViAS aufbereiten und sichtbar machen

mit Simon Albers und Andreas Gollenstede, Jade Hochschule, sowie Stefan Fuest, Leibniz Universität Hannover

Das Forschungsprojekt DiViAS (Digitalisierung, Visualisierung und Analyse von Sammlungsgut) beschäftigt sich anhand von zwei konkreten Fallstudien damit, wie man historische Objekte und Dokumente, die meist aus kolonialen Zusammenhängen stammen, zeitlich und räumlich erfassen und darstellen kann. 

Im Zentrum stehen dabei zwei zentrale Fragestellungen: zum einen die Bewegung der Objekte (ihr Weg durch Raum und Zeit und ihre Herkunft) und zum anderen ihre Materialität (ihre Beschaffenheit, ihre Eigenschaften und ihre Provenienz). Dabei betrachten die Forschenden sowohl die Informationen, die zu den Objekten existieren, als auch ihre physische Beschaffenheit. Hierfür werden unterschiedliche Methoden kombiniert: qualitative und quantitative Ansätze aus den Geschichts- und Kulturwissenschaften, Verfahren zur Analyse von Sammlungsstücken und ihrer Herkunft (Provenienzforschung), naturwissenschaftliche Methoden zur Erforschung historischer Materialien sowie Messtechnik (wie die 3D-Digitalisierung), Geoinformatik und Kartographie, sowie Methoden der Künstlichen Intelligenz (Data Science). Die aus diesen Analysen gewonnenen Daten werden in eigens entwickelten Datenbankstrukturen (Raumzeitliches Datenmanagement) nach etablierten Standards verwaltet und zugänglich gemacht. 

Weil die Quellenlage sehr vielfältig ist und es viele verschiedene Anwendungsfälle gibt, sind spezielle Visualisierungsmethoden nötig. Viele Forschungsfragen lassen sich nämlich erst durch eine visuelle Analyse beantworten. Eine besondere Schwierigkeit besteht zum Beispiel darin, historische Schiffsrouten zu rekonstruieren und kartographisch darzustellen, da die zugrundeliegenden Daten oft ungenau und unvollständig sind. 

Dieser Vortrag bietet einen Gesamtüberblick über die verschiedenen Bereiche des Projekts und konzentriert sich dabei besonders auf die Methoden und bisherigen Ergebnisse aus dem Bereich der Geoinformation. Beteiligte Projektpartner sind das Institut für Angewandte Photogrammetrie und Geoinformatik (IAPG) der Jade Hochschule, das Institut für Kartographie und Geoinformatik (ikg) der Leibniz Universität Hannover, das Institut für Geschichte (IfG) der Universität Oldenburg, das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg (LMNM) und die Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbunds Göttingen (VZG).

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Automatisierte Generierung von Story Maps am Beispiel von Schiffsrouten aus der Frühen Neuzeit

74. DKK

Dresden 2026

28. Mai, 14:05–14:25·

Stefan Fuest, Maximilian Herbers, Andreas Gollenstede

Im Forschungsverbund DiViAS (Digitalisierung, Visualisierung und Analyse von Sammlungsgut) werden historische Quellen analysiert, aus denen unter anderem Schiffsrouten rekonstruiert werden. Ein Ziel des Projekts ist es, die aufbereiteten historischen Daten so zu präsentieren, dass aus den einzelnen Ereignissen im Reiseverlauf eines Schiffs eine nachvollziehbare und zugleich ansprechende Erzählung entsteht. Um dies zu erreichen, wird die Reise in ihrem zeitlichen Ablauf in Form einer Story Map dargestellt, sodass jedes Ereignis einzeln erkundet werden kann.

Durch semantische Textsegmentierung werden transkribierte Logbücher automatisiert in relevante Narrativeinheiten zerlegt, die einzelnen Story Map-Kapiteln entsprechen. Auf Basis dieser Kapitel werden systematisch räumliche (Ortsnamen, Koordinaten), zeitliche (Datum, Uhrzeit) sowie akteurbezogene (Personen, Objekte) Informationen extrahiert und in einer Geodatenbank ereignisbasiert abgelegt. Die historischen Quellen wie Logbucheinträge, Abbildungen oder Kartenausschnitte werden direkt mit den jeweiligen Orten und Zeitpunkten verknüpft, um den Kontext der Reise zu erläutern. Ein zentraler Aspekt des Projekts ist die Visualisierung raumzeitlicher Unschärfen in der Datengrundlage, die mithilfe eines automatisierten Verfahrens erstellt und visuell kommuniziert wird. Die gestalterische Umsetzung wurde auf Grundlage einer vorangegangenen Umfrage zur Nutzerfreundlichkeit eines Story Map-Prototyps entwickelt, mit dem Ziel, historische Schiffsrouten möglichst intuitiv, klar und visuell ansprechend zu vermitteln.

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FOSSGIS Workshop

QGIS-Atlas-Funktionen: Teilkarten einer Region in unterschiedlichen Maßstäben

Die Erstellung einer Reihe von sich überlappenden Teilkarten einer Region in unterschiedlichen Maßstäben mit einheitlichen Kartenbildern ist aufwändig. In den Überlappungsbereichen können Probleme hinsichtlich der Platzierung von Beschriftungen auftreten. Die harmonische Skalierung von Schriften und Signaturen spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Es wird gezeigt, wie die QGIS-Atlas-Funktionen genutzt werden können, um den Arbeitsablauf zu vereinfachen. Grundkenntnisse in QGIS sind erforderlich.


Die Erstellung einer konsistenten Reihe von sich überlappenden Teilkarten einer (z. B. touristischen) Region in unterschiedlichen Maßstäben erfordert in der Regel einen hohen Zeitaufwand. Die Hauptaufgabe, einheitliche Kartenbilder und identische Layouts für die verschiedenen Teilbereiche zu erzeugen, kann durch die Atlas-Funktionen von QGIS unterstützt werden. In diesem Workshop wird demonstriert, wie diese Funktionen zur Automatisierung und Optimierung dieses komplexen kartografischen Arbeitsablaufs eingesetzt werden können.

Der technische Schwerpunkt dieses Workshops liegt auf der Generierung der Teilkarten unterschiedlichen Maßstabs auf der Basis eines gemeinsamen Datenbestandes. Im Gegensatz zu standardisierten Teilkarten mit einem festen Maßstab ermöglicht die Generierung von Teilkarten unterschiedlicher Maßstäbe eine optimale Anpassung an die verschiedenen Ausdehnungen der jeweils dargestellten Ausschnitte. Dies ist unabdingbar, wenn die darzustellenden Bereiche in ihrer Größe stark variieren (z. B. touristische Teilregionen mit unterschiedlicher Flächenausdehnung).

Probleme können beispielsweise in den Überlappungsbereichen hinsichtlich der Positionierung und der Ausrichtung der Beschriftungen auftreten. Die harmonische Größenanpassung der Schriften und der Signaturen in Abhängigkeit des Maßstabs spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Ggf. sind je Region auch noch individuelle Inhalte, wie z. B. Hervorhebungen von Touren, zu berücksichtigen. Die Umsetzung erfordert fortgeschrittene Ausdrücke und die Nutzung datengesteuerter Überschreibungen in QGIS, um die entsprechenden Platzierungs- und Skalierungs-Parameter für die Features je Teilkarte individuell zu berechnen und anzuwenden.

Während im Rahmen des Workshops auf ein Beispiel aus dem Tourismus eingegangen wird, lässt sich das Vorgehen auch auf andere Anwendungsbereiche übertragen.

Für die Teilnahme sind Grundkenntnisse in QGIS erforderlich.

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FOSSGIS Workshop

Visualisierung (unscharfer) raumzeitlicher Daten mit QGIS – Beispiel Tierbewegungen

Ziel dieses Workshops ist die kartographische Aufbereitung von (unscharfen) raumzeitlichen Daten mit QGIS am Beispiel von Tierbewegungen – eine Übertragbarkeit auf andere Themen ist gegeben. Für eine übersichtlichere Darstellung ist zunächst die Identifikation von Datenlücken und eine Generalisierung durch Aggregation der Trajektorien notwendig. Die anschließende dynamische Visualisierung erfolgt unter Nutzung der QGIS-Zeitsteuerung. Für die Teilnahme sind Grundkenntnisse in QGIS erforderlich.


In diesem Workshop lernen die Teilnehmenden, wie aus Bewegungsdaten – hier insbesondere Trajektorien von Tierbewegungen – mit QGIS qualitativ hochwertige kartographische Darstellungen erzeugt werden können. Je nach Anwendungsfall werden für die Datenaufbereitung in einem ersten Schritt nah beieinander liegende Trajektorien und Häufungen aggregiert, um eine übersichtlichere Darstellung zu erhalten. Ein Fokus liegt auf dem Umgang mit Datenlücken und der potenziell in den Daten enthaltenen Unschärfe: Wie können fehlende Daten in QGIS sinnvoll ergänzt und Ungenauigkeiten in der Datengrundlage durch geeignete Symbolisierung visuell kommuniziert werden?

Anhand eines praxisnahen Beispiels wird anschließend gezeigt, wie Bewegungsdaten visualisiert und zeitliche Dynamiken mithilfe der QGIS-Zeitsteuerung dargestellt werden können. Am Ende des Workshops soll ein Export der Kartenanimation zur weiteren Verwendung, beispielsweise auf Webseiten und in Präsentationen, erfolgen.

Während im Rahmen des Workshops auf ein Beispiel aus der Tierwelt eingegangen wird, sind die vermittelten Techniken auch auf andere Anwendungsbereiche der Analyse von Bewegungsdaten übertragbar.

Für die Teilnahme sind Grundkenntnisse in QGIS erforderlich.

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FOSSGIS Workshop

Einführung, Anwendungen und Grenzen von KI-Agenten für geographische Fragestellungen

In diesem Workshop erhalten Teilnehmende einen praxisnahen Einstieg in KI-Agenten für geographische Fragestellungen. Es wird gezeigt, wie generative KI in GIS-Workflows (z. B. mit PostGIS, OSM, QGIS) integriert werden kann. Darüber hinaus werden konkrete Anwendungsfälle von KI-Agenten vorgestellt und die Grenzen ihrer Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt. Teilnehmende erhalten zudem einen Überblick über aktuelle Open-Source Frameworks und visuelle Workflow-Builder für die Arbeit mit KI-Agenten.


In diesem dreistündigen Workshop erhalten die Teilnehmenden einen praxisnahen Einstieg und Überblick in den Einsatz von KI-Agenten, insbesondere für geographische Fragestellungen. Anhand konkreter Anwendungsszenarien wird gezeigt, wie KI-Agenten ohne tiefgreifende Vorkenntnisse in bestehende GIS-Workflows integriert werden können.

Inhalte des Workshops:
– Einführung in Large Language Models sowie Prompt Engineering und deren Anwendungsmöglichkeiten für geographische Fragestellungen
– Vorstellung des Konzepts “KI-Agent” und “Agentic AI” (insb. Tool-Use, Entwurf-Patterns)
– Wann sind KI-Agenten sinnvoll einzusetzen und wo liegen ihre Grenzen?
– Hands-on mit Open-Source KI-Agenten-Frameworks in Python am Beispiel von “Smolagents”
– Einführung in weiterführende Technologien wie Retrieval Augmented Generation (RAG) sowie das Model Context Protocol (MCP) und deren praktische Anwendung mit geobezogenen Bibliotheken, Datenbanken und -diensten (z. B. Shapely, PostGIS, WikiData, OSM)
– Kurzdemo: Steuerung von QGIS‑Desktop via Computer-Use
– Hands-on mit visuellen Workflow-Buildern am Beispiel von “Langflow”

Der Workshop richtet sich insbesondere an Einsteiger, die noch keine oder kaum Erfahrungen mit der praktischen Anwendung von LLMs haben. Voraussetzungen für den Workshop sind Grundkenntnisse in der Programmiersprache Python und idealerweise im Umgang mit GIS. Alle Teilnehmenden erhalten zudem umfangreiche Beispielmaterialien zu ausgewählten Use-Cases und KI-Agent-Bibliotheken. Ein API‑Zugriff auf offene Modelle wird im Rahmen des Workshops bereitgestellt.

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Abstract ICC

Visualization concepts for representing spatiotemporal vagueness in colonial collection research using the example of historical ship journeys

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DKK (DKT) Vortrag/Presentation

Möglichkeitsräume: Konzepte zur Aufbereitung und Visualisierung unscharfer raumzeitlicher Bewegungsdaten


Gollenstede, A., Fuest, S., Herbers, M., Kaiser, R. M., Tadge, J.: Möglichkeitsräume: Konzepte zur Aufbereitung und Visualisierung unscharfer raumzeitlicher Bewegungsdaten. DKK und INTERGEO 2025, Frankfurt, Deutschland, 07.–09. Oktober 2025.


Im Forschungsverbund DiViAS (Digitalisierung, Visualisierung und Analyse von Sammlungsgut) werden historische Quellen analysiert, aus denen unter anderem Schiffsrouten rekonstruiert werden. Im Rahmen der Aufbereitung werden vor allem Logbücher transkribiert und anschließend Ortsnamen, Koordinaten, Datum und Uhrzeit von Ereignissen, Personen und Objekte mithilfe von Named Entity Recognition extrahiert. Eine Herausforderung für die Verarbeitung und die Visualisierung stellen die oft vagen raumzeitlichen Angaben in den Quellen dar. Zur kartographischen Darstellung der raumzeitlichen Unschärfe wird das Konzept der Möglichkeitsräume eingeführt. Ein Möglichkeitsraum umfasst den gesamten Raum, in dem ein Ereignis stattgefunden haben könnte. Dieser kann sich auf einen geografischen Raum, aber auch auf einen Zeitraum beziehen. Zur visuellen Unterscheidung der verschiedenen Arten und Intensitäten raumzeitlicher Unschärfe werden unter Nutzung visueller Variablen Darstellungsvarianten erstellt. Die im Projekt entstehenden Visualisierungen sollen evaluiert und perspektivisch über Webkarten zugänglich gemacht werden.


Possibility spaces: Concepts for the processing and visualisation of vage spatiotemporal movement data

In the research network DiViAS (Digitisation, Visualisation and Analysis of Collection Items), historical sources are analysed, from which, among other things, ship routes are reconstructed. Within the scope of the processing, mainly logbooks are transcribed and subsequently place names, coordinates, dates and times of events, persons, and objects are extracted using Named Entity Recognition. A challenge for the processing and visualisation is the often vague spatiotemporal information in the sources. For the cartographic representation of spatiotemporal uncertainty, the concept of possibility spaces is introduced. A possibility space covers the entire area in which an event could have taken place. This can refer to a geographical space as well as to a period of time. To visually distinguish between the different types and intensities of spatiotemporal uncertainty, various display options are created using visual variables. The visualisations created in the project are to be evaluated and, in perspective, made accessible via web maps.

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2025 Poster

Visualisation of C18/C19 shipping routes based on fuzzy geospatial data


Fuest, S., Gollenstede, A., Herbers, M., Kaiser, R. M., Tadge, J.: Visualisation of C18/C19 shipping routes based on fuzzy geospatial data. Collaboration beyond Boundaries | 2025 Annual Event, organised by the UK-Ireland Digital Humanities Association, Glasgow, Schottland, 17.–18. Juni 2025.


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FOSSGIS Vortrag/Presentation

Visualisierung von historischen Schiffsrouten mit unscharfer Datengrundlage


Fuest, S., Gollenstede, A., Herbers, M., Kaiser, R. M., Tadge, J.: Visualisierung von historischen Schiffsrouten mit unscharfer Datengrundlage. FOSSGIS 2025, Universität Münster, Deutschland, 26.–29. März 2025.


Im Forschungsverbund DiViAS werden Quellen wie Logbücher und Journale aus dem 18./19. Jh. ausgewertet und analysiert. Im Fokus dieses Vortrags stehen dabei verschiedene Möglichkeiten der Visualisierung von Schiffsrouten mit unscharfer Datengrundlage, welche mit QGIS und Mapbox erstellt werden. Grundlage für die kartographische Darstellung ist eine KI-gestützte Extraktion von unscharfen Orts- und Zeitangaben aus diesen Quellen und deren Modellierung in einer PostgreSQL-Datenbank.


Im Forschungsverbund DiViAS werden bislang kaum verknüpfte wissenschaftliche Methoden und Praktiken in der Digitalisierung, Forschung und Repräsentation von Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten und deren Bewegungen in einem zukunftsweisenden transdisziplinären Forschungsprofil systematisch zusammengeführt. Den Ausgangspunkt bilden die großen Sammlungen und archivalischen Überlieferungen des Landesmuseums Natur und Mensch Oldenburg und des Akademie-Projekts Prize Papers, deren Entstehungskontexte eng mit europäischer Expansion und Kolonialismus verbunden sind. Bei den zu visualisierenden Schiffsrouten handelt es sich zum einen um deutsche Strafexpeditionen in der Bismarcksee im heutigen Papua-Neuguinea aus dem 19. Jahrhundert und zum anderen um Handels- und Kaperfahrten europäischer Seemächte aus dem 18. Jahrhundert. Die aufgezeichneten Logbücher, Berichte und Journale werden transkribiert und mithilfe von Sprachmodellen und Verfahren des Natural Language Processing, wie der Named Entity Recognition, nach Orts- und Zeitangaben durchsucht. Zusätzlich werden räumliche und zeitliche Präpositionen wie „nach“ oder „bei“ extrahiert.

Reise des Kanonenboots SMS Albatros im Jahre 1886 im Zusammenhang mit kolonialen Sammelaktivitäten in der Bismarcksee. Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin – Kartenabteilung.

Eine große Herausforderung stellt die inhärente Unschärfe dar, die sich sowohl auf Geometrien (z. B. Schiffsrouten, Orte) als auch auf Zeitangaben bezieht. Ursächlich für die Unschärfe können beispielsweise Messfehler bei der Positionsbestimmung, ungenaue Angaben oder Datenlücken sein. Die Unschärfe in Standortbeschreibungen kann, abhängig von der textlichen Beschreibung, vielfältige Ausprägungen annehmen. Daher werden zunächst sogenannte Möglichkeitsräume definiert, die die gesamte räumliche Ausdehnung der entsprechend einer Ortsbeschreibung möglichen Standorte umfassen. Zur visuellen Kommunikation von Unschärfe werden anschließend mittels QGIS Ansätze der kartographischen Symbolisierung unter Nutzung visueller Variablen (z. B. Blurring, Transparenz) herangezogen, aber auch Möglichkeiten dynamischer Effekte wie Animationen exploriert.

Um den unterschiedlichen Ansprüchen verschiedener Nutzergruppen bei der Erkundung der visualisierten Informationen gerecht zu werden, werden unterschiedliche kartographische Aufbereitungen der Inhalte auf OSM-Basis aber auch unter Verwendung einer frei zugänglichen historischen Kartenbasis genutzt. So ergeben sich z. B. durch die Anwendung narrativer Techniken beim kartenbasierten Storymapping mit Mapbox unter Nutzung der Schnittstellen zum raumzeitlichen Datenmanagement mit PostgreSQL/PostGIS neue Möglichkeiten der Vermittlung von historischen Zusammenhängen. Im Rahmen des Vortrags werden verschiedene Arten der kartographischen Repräsentation von raumzeitlicher Unschärfe gezeigt und deren Anwendbarkeit in verschiedenen Nutzungskontexten diskutiert.


https://app.media.ccc.de/v/fossgis2025-57948-visualisierung-von-historischen-schiffsrouten-mit-unscharfer-datengrundlage


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DHd Workshop

Workshop: Umgang mit raumzeitlicher Unschärfe – Erfassung und Visualisierung von Bewegungsdaten mit QGIS am Beispiel der Fahrt des Kanonenboots Albatroß (1886)


Fuest, S., Gollenstede, A., Herbers, M., Kaiser, R. M., Tadge, J.: Umgang mit raumzeitlicher Unschärfe – Erfassung und Visualisierung von Bewegungsdaten mit QGIS am Beispiel der Fahrt des Kanonenboots Albatroß (1886). DHd 2025, 11. Jahrestagung des Verbands “Digital Humanities im deutschsprachigen Raum”, Universität Bielefeld, Hochschule Bielefeld, Deutschland, 03.–07. März 2025.


Ziel des Workshops “Umgang mit raumzeitlicher Unschärfe” ist es, mithilfe eines Geoinformationssystems Bewegungen von Schiffen, Personen und/oder Objekten zu visualisieren. Der Fokus liegt dabei auf der Darstellung von Unschärfe, die besondere Anforderungen an die Visualisierung stellt, aber für die Geisteswissenschaften bedeutsam ist. Ursächlich für die Unschärfe können beispielsweise Messfehler bei der Positionsbestimmung, ungenaue Angaben oder Datenlücken sein. Im Rahmen eines Hands-On mit dem Geoinformationssystem QGIS wird die Fahrt des Kanonenboots Albatroß (1886) behandelt, bei der Friedrich von Baudissin – oft in Unrechtskontexten – eine Vielzahl an kolonialen Objekten erworben hat. Die Visualisierung dieser Route unterstützt dabei die Provenienzforschung, indem sie dazu beiträgt, die Stationen der Objekterwerbung nachzuvollziehen. Nach dem Workshop sollen die Teilnehmenden in der Lage sein, erste eigene Fragestellungen mit QGIS zielgerichtet zu verarbeiten und zu visualisieren. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, im Workshop eigene Ideen einzubringen, Feedback zu erhalten und zu diskutieren.


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